Corona Krise Tag 11 (23. März 2020)

Oder: Theorie und Wirklichkeit liegen meilenweit auseinander!

Oh schön, die Sonne scheint. Was ein schöner Morgen. Aber da war doch was?! Ach ja, ein fieser Virus namens Covid-19 hält uns alle in Atem. 

Aber als perfekte Mutter ist man ja Vorbild. Rasch aus dem Bett gehüpft, ins tiefgefrorene Auto gesprungen um mal schnell den Laptop fürs Homeoffice einzusacken. Auf dem Weg noch Besorgungen für die Nachbarn machen. Klopapier. Was sonst?! Und natürlich gab es in 4 Läden keine einzige Rolle. Nicht einmal der Hauch einer Chance solch kostbares Gut zu ergattern. Trotzdem fährt man gut gelaunt zur Arbeit. Wird ja heute ein kurzer Tag.

Denkste! Nachdem man daheim die Türe aufschließt kommt einem schon das erste Kind entgegen. "Gut, dass Du da bist Mama.". Das ist aber eine nette Begrüßung. "Mein Bruder ist soooo doof.". Okay, das Gespräch entwickelt sich in eine andere Richtung. Also fahren wir das Deeskalationsprogramm. Nach kurzer Zeit wird die Friedenspfeife geraucht und die zwei Streithähne renn in ihre Zimmer um die Arbeitspläne zu bearbeiten, die ich mir gestern abend aus den Fingern gesaugt habe. Merke: Ich muss den Plan für Morgen machen.

Herrlich! Einen Kaffee ziehen und entspannt den Laptop aufklappen. Soweit der Plan und die Theorie. Kaffee alle, Maus und Tastatur versagen ihren Dienst. Das kann ja noch spannend werden. Nach einer kurzen Krise die erste Entwarnung. Das fehlende Corpus Delikti, dass Maus und Tastatur am Leben erhält, der sogenannte Nupsie, war in der Maus. Also Verbindung hergestellt und los ging die Show. Aber das haben sich in den Minuten wohl die 800 anderen Dorfmitbewohner auch gedacht. Der Bildschirm war hell. Das war ja schon mal positiv. Der Rest war eher suboptimal. Dem Laden von Seiten, oder dem Scrollen einer Mail konnte man unterwegs die Schuhe besohlen. Ich war kurz davor in die Glastischkante zu beißen. Aber mein Hund hat mich davor bewahrt indem er sein nicht gefressenes Frühstück vor meine Füße gebrochen hat. Interessante Abwechslung. Aber ich wollte doch einfach nur 2 Stunden konzentriert arbeiten. Nach erfolgreicher Putzaktion schien sich das Internet kurzfristig gefangen zu haben. Das lief ja wie am Schnürchen. Doch unverhofft kommt oft. Kind 2 stand plötzlich weinend vor meinem Schreibtisch. Der Regenwurm sei zu schwer. Der Regenwurm ist eine Matheaufgabe. Manche Eltern unter uns werden ihn kennen. Oder das Pluminchen. Hätte ich doch besser Lehramt studiert? Ein Blick auf mein tränenaufgelöstes Kind später weiß ich, es ist gut, dass ich mit Zahlen arbeite. Also fix den Regenwurm berechnet, Tränen getrocknet und dann sollte es los gehen. Aber zwischenzeitlich schienen wieder einige Menschen zusätzlich am Netz zu hängen. Also hing ich auch. Keine Angst, mir wurde nicht langweilig. Kind 1 stand da. Einfach um mal hallo zu sagen. Wie lieb. Aber leider nur Taktik um eine Pause zu erhaschen. Einen kurzen Smalltalk später stand dann der Mann in der Tür. 12:45 sei die nächste Videokonferenz. Man möge doch zeitnah essen und was es gäbe. Wie war das vorhin mit der Tischkante? 

Um es vorweg zu nehmen, ich habe sogar einige Dinge bearbeitet. Ich war stolz. Um 12:15 standen Pommes, Nuggets und eine VW Currywurst auf dem Tisch. Samt Alibi Gemüse. Bin ich eine schlechte Mutter? Nein, ab und an muss es eben mal schnell gehen. Und auch wenn wir mal eine Dose öffnen sind wir keine Rabenmütter. Die Abwechslung macht es aus. Also Montag Ravioli, Dienstag Chili aus der Dose,... Spaß bei Seite. In diesen Zeiten müssen wir ab und an unsere Ansprüche an uns selbst herunterschrauben. Wenn es nicht anders geht ist Dose vielleicht besser als gar kein Essen! 

Nach der Raubtierfütterung ging es dann wieder ab ins inoffizielle Büro. Immerhin liegt mein Büro im Erdgeschoss. Mein Mann sitzt im Keller.

Der Rest des Tages lief entspannt. Die Kinder konnten die Sonne nutzen und haben eine Runde mit dem Hund gedreht, dessen Magen sich dankenswerterweise regeneriert hat. 

Ich bin gespannt wie der morgige Tag wird. Ich weiß nur eins, morgen ist auch noch ein Tag. An alle Mütter und Väter da draußen: Ihr macht einen tollen Job. Und an die Kinder: Ihr seid echt mega tapfer. Auch uns Erwachsenen fehlen die sozialen Kontakte. Aber schaut gemeinsam auf unsere Seite. Spaß und Spiel mit Kochaktionen, Kreativangeboten, Spielideen,... Hier findet ihr sicher die ein oder andere Idee die Zeit sinnvoll zu verbringen. Macht Euch doch mal eine schöne Knetseife und schaut Euch an, warum Hände waschen derzeit so unglaublich wichtig ist.

Eure Fabi Tante

 

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