Corona Krise Tag 38 (20.04.2020)

Kann ich bitte die Seilbahn nehmen? 

Am Montag war es wieder mal soweit. Ich habe die Höhle meiner Murmeltiere verlassen. Man könnte sie auch Faultiere nennen, so rar wie sie sich die letzten Tage und Wochen gemacht haben. Freudestrahlend bin ich meinem Homeofficebüro entflohen. Mit MuNaSchu - so heißt der Mundschutz wohl nun – bewaffnet, habe ich den erstbesten Supermarkt auf der Strecke geentert, um mich mit einem Latte und einem Laugengebäck zu belohnen. Belohnen wir die vergangenen Tage und Wochen in meiner Murmeltierhöhle und belohnen für die vor mir liegende Arbeit auf meinem Schreibtisch und in meinem körperlichen Postfach. Das Virtuelle konnte ich ja täglich einsehen.

Geht es Ihnen auch so, dass man sich unwohl fühlt mit dem Stück Stoff vor der Nase? Ich finde es gut und wichtig, dass wir das nun alle tragen. Aber die Betonung liegt dann bitte auch auf alle. Ich kam mir etwas verloren vor. Ich komme aus dem Landkreis HE, der derzeit noch keine Maskenpflicht hat, und war voller Elan und Spannung auf die vielen tollen Masken in den Laden getreten, um mir vorzukommen wie ein Alien. Über die Hälfte der Menschen lief ohne Schutz herum und schaute die Menschen mit Schutz skeptisch an. Es ist aber anzunehmen, dass nach der Übergangsfrist und nach erster medialer Mitteilung, dass das Bußgeld nun mehrfach gegriffen hat davon auszugehen, dass wir nur noch unsere Augen erkennen und ausnahmslos alle Masken oder Schals tragen werden. Mich persönlich erinnert es an eine Zeit vor den Kindern, vor Wolfsburg, als ich schwer erkrankt bin. Wochenlang kannte ich meine Pfleger nur mit Maske. Danach hatten sie plötzlich Gesichter. Man malte sich aus, wie die Menschen unter der Maske aussahen, und war teilweise überrascht. Aber das nur nebenbei.

Der Schreibtisch war leer. Erstaunlich leer. Aber nur solange, bis ich mein Postfach geleert hatte. Danach stand ich wie der Ochs vorm Berge. Wo anfangen und wo aufhören. Aufhören war klar. Beim letzten Blatt. Aber mit welchem anfangen? Es ist wie nach dem Urlaub mit dem klitzekleinen Unterschied, dass ich dieses Mal irgendwie so null erholt war. Ich verrate kein Geheimnis wenn ich sage, ich habe am Montag nur die Mittelstation des Berges erreicht. Aber am Ende der Woche werde ich den Berg erklommen haben.

Eure Fabi-Tante

 

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